Wissenswertes zur Zahnmedizin

    Aphthe:

    Eine Aphthe (sprich: Afte) ist eine schmerzhafte, von einem entzündlichen Randsaum umgebene Schädigung der Schleimhaut des Zahnfleischs, der Mundhöhle einschließlich der Lippen, der Tonsillen oder der Zunge. In Einzelfällen sind andere Schleimhäute, z. B. im Genitalbereich, betroffen. Es handelt sich dabei um ein Ulcus mit weißlichem Fibrinbelag. Diskutiert wurden als Auslöser Bakterien, insbesondere Streptokokken, die jedoch als unwahrscheinlich eingestuft wurden. Ebenso wurden Viren als Ursache diskutiert, insbesondere Adenoviren und Herpesviren Typ 1 bis 6. Ursachen und Entstehungsmechanismus rezidivierenden Aphthose sind weitgehend unklar. Eine multifaktorielle Entstehung mit genetischer Komponente wird angenommen. Eine familiäre Häufung rezidivierender Aphthen wird bei 30–40 % der Patienten beobachtet.

    Bleaching:

    Welche Nebenwirkungen gibt es? Durch das Bleichmittel (Wasserstoffperoxid) kann es zu Reizungen des Zahnfleisches kommen. Außerdem sind Überempfindlichkeiten der Zähne auf kalt und warm möglich. Wird das Bleichmittel nicht gleichmäßig aufgetragen, können Streifen oder Flecken auf den Zähnen entstehen. Diese Nebenwirkungen können durch eine Bleichtherapie in der Zahnarztpraxis weitgehend vermieden werden

    Bonusheft:

    Durch die regelmäßigen Untersuchungen erhält man einen höheren Zuschuss von der Krankenkasse bei der Anfertigung von Zahnersatz. Diese Regelung hat nach wie vor Gültigkeit. Die Dokumentation der regelmäßigen Untersuchungen erfolgt durch Stempel und Unterschrift der Zahnarztpraxis im Bonusheft.

    Empfehlung:

    • Erwachsene: 1x jährlich (besser halbjährlich) zur Vorsorgeuntersuchung
    • Kinder: halbjährlich zur Vorsorgeuntersuchung
    Bonusheft

    Diabetes:

    Noch immer ist leider zu wenig bekannt, dass ein veränderter Zuckerstoffwechsel auch die Zahngesundheit beeinflussen kann. Die Gefahr für Karies und Zahnfleischerkrankungen ist erhöht. Das gilt besonders dann, wenn der Zuckerspiegel nicht richtig eingestellt ist. Umgekehrt beeinflusst eine aktive Parodontitis die richtige Einstellung des Blutzuckerspiegels.
    Nachfolgend einige Tipps zur Zahngesundheit für Diabetiker:

    • Achten Sie auf eine gute Einstellung des Blutzuckerwertes
    • Betreiben Sie eine gute Mundhygiene
    • Erneuern Sie alle 6 Wochen Ihre Zahnbürste
    • Essen Sie nach den Zwischenmahlzeiten ein zuckerfreies Zahnpflege-Kaugummi
    • Lassen Sie mehrmals jährlich Ihre Zähne in der Zahnarztpraxis professionell reinigen
    • Haben Sie Zahnfleischprobleme festgestellt, so gehen Sie umgehend zum Zahnarzt!

    Herpes:

    Herpes ist eine Virusinfektion, die das Nervensystem angreift; der Wundbereich liegt meist im Mundbereich in Form von schmerzhaften Bläschen. Wer den Virus schon mal hatte, wird ihn nie wieder los. Er schlummert ein Leben lang im Körper und wartet auf den nächsten Ausbruchversuch. Über 90 Prozent aller Menschen tragen den Herpes-Virus in sich. Wenn der Körper wieder mal geschwächt ist, bricht der Virus erneut aus. Häufig an der Stelle, wo er ursprünglich mal in den Körper eingedrungen ist. Herpes im Augen-, Nasen- oder Genitalbereich ist richtig gefährlich und kann nur mit ärztlicher Hilfe behandelt werden - des Weiteren ist Herpes extrem ansteckend!
    Herpes kann nicht ursächlich behandelt werden. Es können nur die Symptome durch Salben, Mundspüllösungen gelindert werden und die Heilung gefördert werden.

    Milchzähne:

    Die Milchzähne haben für die Kinder vom 2. bis zum 12. Lebensjahr eine mehrfach wichtige Bedeutung:

    • Sie sind Platzhalter für die nachfolgenden bleibenden Zähne. Der Zahnwechsel fängt aber erst ab dem 6. Lebensjahr an. Daher müssen die Milchzähne kariesfrei erhalten bleiben
    • Kariöse Milchzähne können bleibende Zähne mit Karies infizieren. Deshalb sollten kranke Milchzähne in jedem Fall behandelt werden
    • Die Zerkleinerung der Nahrung ist die Hauptaufgabe des Milchgebisses. Nur richtig übereinander greifende Zähne können auch richtig abbeißen
    • Nur gerade stehende Frontzähne ermöglichen eine fehlerfreie Aussprache

    Der ungezwungene Mundschluss ist nur bei regelrecht stehenden Zähnen und Kiefer zueinander möglich. Nur geschlossene Lippen ermöglichen eine Nasenatmung. Karies im Milchgebiss entsteht wie beim Erwachsenen, wenn die Zähne bakteriellem Zahnbelag ausgesetzt sind. Bereits der erste durchbrechende Milchzahn muss durch die Eltern z.B. mit einem Wattestäbchen gereinigt werden. Besondere Aufmerksamkeit ist den ersten bleibenden Zähnen zu geben, weil der gerade durchbrechende Zahn sehr kariesanfällig ist.
    Kariesvermeidung:
    Mindestens zweimal täglich Zähne putzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta – eine Kontrolle durch die Eltern sollte auf jeden Fall erfolgen.

    Mundgeruch:

    Eines der häufig tabuisierten Themen ist der Mundgeruch. Als Ursache kommen in fast 90% der Fälle eine ungenügende Mundhygiene oder defekte Zähne in Frage. Weniger häufig können erkrankte Mandeln, eine vereiterte Kieferhöhle, allgemeine Stoffwechselkrankheiten oder Magenerkrankungen die Ursache sein.
    Was kann gegen Mundgeruch getan werden?

    • Zahnreinigung verbessern!
    • Mundspüllösungen mit antibakteriellen Wirkstoffen als unterstützende Maßnahme
    • Regelmäßige professionelle Zahnreinigung bei Ihrem Zahnarzt ist notwendig
    • Hierbei werden Zahnstein, Konkremente und Beläge entfernt, anschließend werden die Zähne poliert
    • Reichlich trinken für erhöhte Speichelbildung
    • Rauchen einschränken bzw. einstellen!
    • Stimulation des Speichelflusses durch zuckerfreien Kaugummi zwischen den Mahlzeiten und gesunde Ernährung mit vermehrter harter Nahrung wie Karotten, Äpfel und Vollkornbrot
    • Sanierung von defekten Zahnfüllungen und überalterten Kronen und Brücken !

    Parodontose:

    Zahnfleischerkrankungen oder Parodontitis (im Volksmund oft als Parodontose bezeichnet) sind neben Karies die häufigsten Ursachen für den Verlust von Zähnen. Beide Erkrankungen werden durch Bakterien verursacht, die sich im Zahnbelag befinden. Eine regelmäßige und vor allem sorgfältige Pflege mit Entfernung des Zahnbelages auf Zähnen und Zahnfleisch ist der beste Schutz gegen Karies oder Parodontitis, um die eigenen Zähne nicht unnötig zu verlieren. Patienten mit einer Parodontitis, leiden fast immer unter starkem und unangenehmem Mundgeruch. Dieser ist oftmals störend für das Umfeld wie den Partner und die Familie. Nach der Behandlung stellt sich ein frischer Atem von selbst wieder ein.
    Somit ist es sehr wichtig, die Warnsignale so früh wie möglich zu erkennen:

    • Zahnfleischbluten
    • Zahnlockerung
    • Mundgeruch

    Eine bereits vorhandene Parodontitis kann und muss gestoppt werden!

    Praxisgebühr:

    Die Praxisgebühr wurde zum 01.01.2013 abgeschafft und entfällt somit.

    Rauchen und Zahngesundheit:

    Den Zusammenhang zwischen Rauchen und Lungenkrebs ist vielen bekannt. Dass Tabak auch die Zähne schädigt, ist weniger geläufig. Raucher haben ein stark erhöhtes Risiko, an einer Parodontitis zu erkranken. Die Folge: Die Zähne werden beweglicher, verändern ihre Stellung und fallen häufig sogar aus. Bei einer Parodontitis -sprich Entzündung des Zahnbetts - ist der gesamte Zahnhalteapparat angegriffen. Oftmals reichen schon zehn Zigaretten pro Tag, um das Parodontitis-Risiko stark zu erhöhen. Vor allem verschlechtert Rauchen aber die Durchblutung im Mundraum. Das Zahnfleisch wird anfälliger für Infekte, da es nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt wird.

    Schwangerschaft und Zähne:

    Bei der Schwangerschaft ändert sich nicht nur die Ernährungsweise, auch Hormonänderungen lassen das gesamte Gewebe lockern. Schon bei der empfindlichsten und kleinsten Belastung kann es zu Zahnfleischbluten kommen, da während der Schwangerschaft das Zahnfleisch besonders sensibel auf die im Zahnbelag angesiedelten Bakterien reagiert. Zusätzlich neigen viele Frauen zu erbrechen. Die sauren Magensäfte greifen dadurch den Zahn und das Zahnfleisch an. Um den Brechreiz nicht beim Putzen auszulösen kann eine Kinderzahnbürste hilfreich sein. Mundspüllösungen verhindern Plaque und Fluoridkonzentrate stärken den Zahn.

    Die beste Vorsorge ist eine intensive Pflege durch die richtige Zahnbürste verbunden mit der richtigen Putztechnik. Eine Reinigung der Zahnzwischenräume, die Verwendung einer fluoridhaltigen Zahnpaste sowie mindestens halbjährliche Kontrollbesuche beim Zahnarzt sind wichtig.

    Sportverletzungen:

    Viele Sportarten sind riskant und sind häufig Ursache für Zahnschäden und Zahnverlust. Die Gefahr von Zahn-, Kiefer- und anderen Verletzungen des Mittelgesichts beim Sport kann mit einem Sportmundschutz deutlich reduziert werden. Der Mundschutz ist für zahlreiche Sportarten zu empfehlen: Squash, Mountainbiking, Inline-Skating, Football, Handball, Judo, Moto-Cross usw.

    Der Sportmundschutz sollte ein individuell auf die Mund- und Kieferverhältnisse abgestimmter Mundschutz sein. Nur dadurch
    sind eine gute Passform und ein hoher Tragekomfort gewährleistet.
    Mundschutz für Sportarten

    Sollte dennoch ein Zahnunfall passiert sein:
    Herausgeschlagene Zähne lassen sich – insbesondere bei Kindern und Jugendlichen – wieder reimplantieren, vorausgesetzt der Wurzelzement mit der umgebenden Wurzelhaut ist intakt. Deshalb ist auf vorsichtigen, schnellen Transport zum nächsten Zahnarzt zu achten; der Zahn sollte dabei feucht bleiben. Noch besser ist der Transport in einer speziellen Zahnrettungsbox.

    Vorsorgeuntersuchung:

    Die gesetzlichen Krankenkassen schreiben zur Erlangung eines Bonus von 20 bzw. 30% für Erwachsene eine jährliche Vorsorgeuntersuchung vor. Besser ist jedoch eine halbjährliche Inspektion beim Zahnarzt. Kinder und Jugendliche sollen in jedem Fall halbjährlich zur Kontrolluntersuchung. Das gilt auch, wenn bereits eine Schuluntersuchung durch einen Zahnarzt stattgefunden hat. Wichtige Prophylaxebehandlungen wie eine Fissurenversiegelung der großen Backenzähne können nur in der Zahnarztpraxis erfolgen.
    Auch Prothesenträger sollten mindestens jährlich zum Zahnarzt gehen. Dies schreiben die Krankenkassen in ihren Bonusregelungen vor. Um Mundschleimhauterkrankungen oder Pilzinfektionen rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln, sind bei Patienten mit einer Vollprothese halbjährliche Vorsorgeuntersuchungen ratsam. Auch kann hierbei der korrekte Prothesensitz überprüft werden. Kleine Schäden können rechtzeitig behoben werden.

    Weisheitszähne:

    Weisheitszähne entwickeln sich erst sehr spät und brechen bei den meisten Menschen erst im Erwachsenenalter oder gar nicht durch. Sei es durch die erschwerte Pflege oder weil sie die anderen in der Zahnreihe stehenden Zähne verschieben können, sind Weisheitszähne daher sehr oft ein Problem im menschlichen Gebiss und müssen gezogen werden. Der günstigste Zeitraum um Weisheitszähne zu entfernen, liegt übrigens zwischen dem 16. und 18. Lebensjahr, wenn das Wurzelwachstum des Weisheitszahnes noch nicht ganz abgeschlossen ist.

    In nachfolgenden Situationen sollte der Weisheitszahn entfernt werden:

    • Der Weisheitszahn tritt nicht vollständig durch das Zahnfleisch hindurch
    • Wenn der Weisheitszahn verlagert bzw. gekippt ist, übt er nicht nur ständig Druck auf den Nachbarzahn aus; häufig entsteht im Zwischenraum der beiden Zähne auch unbemerkt Karies.
      Im schlimmsten Fall müssen dann beide Zähne gezogen werden
    • Zu wenig Platz im Kiefer

    Zahnarzttermin für Kinder:

    Kinder haben oft Angst vor dem Zahnarzt. Erzählungen von Geschwistern, Freunden oder Papa mit der dicken Backe nach dem Zahnarzt - alles Bilder, die in der Phantasie der Kinder sich einprägen können, da sie sich mit Rollen anderer Personen identifizieren. Für Kinder ist Mundhygiene und erst recht ein Besuch zum Zahnarzt ein schwieriges Kapitel: Nachfolgend einige Tipps:

    • Wir empfehlen, vor dem ersten Besuch mit Ihrem Kind zu sprechen. Wecken Sie die Neugierde Ihres Kindes auf den Zahnarztbesuch – Sie könnten ihm erzählen, dass der Zahnarzt die Zähne zählen wird, und dass es mit dem Zahnarztstuhl auf- und abfahren darf
    • Vielleicht haben Sie auch ein Buch über den Zahnarzt, das Sie vorher zusammen lesen können. Sprechen Sie positiv über den anstehenden Besuch, betonen Sie wie wichtig es ist, saubere und gesunde Zähne und ein hübsches Lächeln zu haben. Vermeiden Sie angstmachende Bemerkungen!
    • Vermeiden Sie beruhigend gemeinte Formulierungen wie "Du brauchst keine Angst zu haben, es tut bestimmt nicht weh". Unser Unterbewusstsein kennt keine Verneinungen: Ihr Kind versteht daher " Es tut weh - Du musst Angst haben!"
    • Fragt Ihr Kind, ob eine Zahnbehandlung weh tut, so antworten Sie, dass die meisten Kinder sagen, es würde nur kitzeln.
    • Versprechen Sie bitte keine Belohnungsgeschenke! Gerade Dinge, die sich Ihr Kind möglicherweise sehr wünscht, setzen es bei der Behandlung zu stark unter Druck und erschwert für uns die Zusammenarbeit. Es gibt in der Praxis für die Kinder grundsätzlich eine Kleinigkeit als Geschenk, egal wie wir mit der Behandlung vorangekommen sind. Sollte der erste Termin nicht den Erfolg bringen, so werden wir eben einen weiteren Termin vereinbaren.

    Je weniger Aufhebens Sie um den Zahnarztbesuch machen, desto besser.

    Zahnersatz im Ausland:

    Sollen sich Urlauber von Mallorca, aus Osteuropa oder Südostasien auch gleich ein paar neue Zähne mitbringen? Zahnersatz aus dem Ausland kann sicher ein paar Euro sparen. Allerdings gehört auch eine gewisse Risikobereitschaft dazu. Sicherlich ist teilweise auch im Ausland guter Standard anzutreffen, in Deutschland allerdings ist hohe Qualität beim Zahnersatz kein Zufall, sondern der Normalzustand. Die Produktion in Ländern mit niedrigen Lohnkosten bringt häufig geringere Qualität, da meist nicht genug Sorgfalt und Zeit für die Vorbehandlung aufgewandt wurde und sich dies erst später durch Komplikationen bemerkbar macht. Zeitaufwändige Wurzelbehandlungen passen nicht ins Konzept einer preisgünstigen Massenproduktion in eigens für Zahntouristen aufgebauten Kliniken. Der Zahn wird lieber gezogen als erhalten und dann mit einer neuen Brücke schnell versorgt. Kronen werden statt zeitaufwändiger Inlays eingesetzt. Dabei wird oft auch gesunde Zahnsubstanz ohne viel Aufsehen einfach weggeschliffen. Notwendige Wartezeiten zwischen den Behandlungen können wegen des Zeitdrucks nicht eingehalten werden.

    Zahnfleischbluten:

    Blutendes Zahnfleisch ist meist der erste Hinweis, dass das Zahnfleisch und der Zahnhalteapparat, also das Gewebe, das den Zahn im Kieferknochen festhält, krank sind. In den Zahnbelägen findet man zahlreiche Bakterien. Im Normalfall kommt das Immunsystem mit der erhöhten Belastung zurecht und hält die Anzahl möglicher Krankheitserreger auf einem ungefährlichen Niveau. Wenn allerdings die Menge der Bakterienbeläge oder der Einfluss anderer Risikofaktoren (z.B. Stress, Rauchen) zu groß wird, ist der Mechanismus überfordert und das gesunde System im Mund kommt dann aus dem Gleichgewicht.
    Der Bereich schwillt an, die Gefäßwände werden durchlässiger und schon bei normalem Druck, z.B. Zähneputzen, platzen sie auf und bluten. Wird hier nicht sofort mit gründlicher Mundhygiene begonnen, kommt es zu einer fortschreitenden Entzündung von der Gingivitis zur Parodontitis, die zu Knochenschwund bis zum Zahnverlust führen kann. Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass manche Bakterien in den Belägen durch offene Blutgefäße im Entzündungsbereich giftige Stoffe in den Organismus abgeben, die z.B. zu Herzentzündung, Schlaganfall oder Frühgeburt führen können.

    Zahnpflege:

    Es empfiehlt sich, eine Zahnreinigung mindestens zweimal am Tag, am besten morgens und abends, gründlich mit (fluoridhaltiger) Zahnpasta durchzuführen. Das wichtigste Instrument zur Zahnreinigung ist die Zahnbürste. Die Zahnbürste sollte weiche Kunststoffborsten haben. Diese sind elastischer, dauerhafter und hygienischer als Naturborsten. Zahnbürsten sind auch Verbrauchsartikel: Nach 100 bis 200 Anwendungen sind Zahnbürsten abgenutzt und sollten ersetzt werden.
    Neben der Häufigkeit des Zähneputzens spielt die richtige Putztechnik eine entscheidende Rolle.
    Auch bei sorgfältigster Pflege bleiben mit der Zeit an schwer zugänglichen Stellen Reste von Zahnbelägen zurück, aus denen Zahnstein entsteht. Es ist deshalb sehr wichtig, dass der Zahnarzt den Gebisszustand in regelmäßigen Abständen (je nach Situation 3-12 Monate) kontrolliert. Dabei können entstandene Beläge festgestellt und entfernt werden.

    Zahnpflege und Saures:

    Säurehaltige Getränke greifen den Zahnschmelz an. Cola, Fruchtgetränke oder Sportlergetränke sollten nur in Maßen getrunken werden. Der Mund sollte anschließend mit Wasser ausgespült werden. Das gilt auch für Südfrüchte und säurehaltige Medikamente wie Vitamin C-Tabletten.
    Wichtig: Zähne nicht gleich danach putzen, sonst werden die angelösten Mineralstoffe weggeschrubbt.

    Zahnsteinentfernen:

    Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen seit 2005 nur noch einmal pro Kalenderjahr das Entfernen von Zahnstein. Jede weitere Zahnsteinentfernung muss der Patient selbst bezahlen. Es ist aber sinnvoll und notwendig, Zahnstein auch ein weiteres Mal zu entfernen, wenn neuer entstanden ist. Sonst drohen Schäden am Zahnfleisch oder Zahnhalteapparat. Noch besser wäre eine wesentlich umfangreichere und gründlichere professionelle Zahnreinigung.

    Zahnschmerzen und Selbstbehandlung:

    Wenn es Ihnen aus wichtigem Grund nicht möglich ist, einen Zahnarzt aufzusuchen, gelten folgende Empfehlungen:

    • Vermeiden Sie örtliche Wärme, Alkohol, Kaffee/Tee und Nikotin, weil sie die Schmerzen letztlich verstärken
    • Rezeptfreie Schmerzmittel mit den Wirkstoffen Ibuprofen, Paracetamol, Acetylsalicylsäure schaffen vorübergehend Linderung. Speziell bei Acetylsalicylsäure ist aber Vorsicht geboten, da es die Blutgerinnungszeit nicht nur bei Blutern verlängert. Kombinationspräparate mit Zusätzen von z. B. Coffein, Codein usw. sind nicht sinnvoll
    • Herausgefallene Füllung: Bereich schonen; Heiße oder kalte Getränke meiden
    • Beginnende Schwellung: kalte Umschläge oder Eisbeutel, körperliche Anstrengungen meiden, kein Saunabesuch

    Vereinbaren Sie auch bei leichten Zahnbeschwerden auf jeden Fall einen Termin mit Ihrem Zahnarzt! Wird die Ursache nicht beseitigt, kommen Zahnschmerzen sicherlich zu unpassender Zeit wieder.

    Zahnschmuck:

    Nach einer Reinigung und Politur des betreffenden Zahnes wird der Zahnschmuck aus Metall oder Glas mit lichthärtendem, durchsichtigem Kunststoff aufgeklebt. Wenn der Zahnschmuck einem später nicht mehr gefallen sollte, kann er problemlos und ohne Schädigung für den Zahn entfernt werden. Das Kleben und Entfernen sollte in jedem Fall in der Zahnarztpraxis erfolgen, weil nur hier das Know-how und die Gerätschaften vorhanden sind.

    Zungen- oder Lippenpiercing:

    Die beweglichen Metall- oder Kunststoffteile berühren häufig die Zähne oder das Zahnfleisch. Dadurch kann es zu Schäden kommen: Das Zahnfleisch bildet sich an den betroffenen Stellen zurück. Der Zahnschmelz nutzt sich schneller ab. Es kann sogar zu Schmelzbrüchen (Aussprengungen) kommen. Diese Risiken sollte man bedenken, bevor man sich für ein Piercing im Mundbereich entscheidet.

    Zusatzversicherungen:

    Weitere Informationen hierzu haben wir in einem PDF-Dokument zusammengestellt.

    Zuschussberechnung bei Zahnersatz:

    Bereits seit 1.1.2005 wird der Zuschuss der Krankenkasse für Zahnersatz anders berechnet. Es gibt keinen prozentualen Zuschuss mehr, sondern eine befundbezogenen Festzuschuss. Die Höhe des Festzuschusses wird durch die Krankenkassen festgesetzt. Durch das Festzuschusssystem erhält der Patient mehr Wahlmöglichkeit für einen individuellen Zahnersatz.
    Für besonders aufwendigen Zahnersatz (sogenannter andersartiger Zahnersatz) wurde die Kostenerstattung eingeführt, bei der der Patient die Rechnung über den gesamten Rechnungsbetrag erhält und er sich den Kassenanteil von seiner Krankenkasse erstatten lässt.
    „Wissenswertes für Patienten“ ist ein Informations-Service der Zahnarztpraxis Dr. Oberle. Trotz intensiver Prüfung der Inhalte kann die Praxis keine rechtliche Gewähr für die dargestellten Inhalte übernehmen.