Wissenswertes zur Zahnmedizin

    Aphthe:

    Eine Aphthe (sprich: Afte) ist eine schmerz­haf­te, von einem ent­zünd­li­chen Randsaum umge­be­ne Schädigung der Schleimhaut des Zahnfleischs, der Mundhöhle ein­schließ­lich der Lippen, der Tonsillen oder der Zunge. In Einzelfällen sind ande­re Schleimhäute, z. B. im Genitalbereich, betrof­fen. Es han­delt sich dabei um ein Ulcus mit weiß­li­chem Fibrinbelag. Diskutiert wur­den als Auslöser Bakterien, ins­be­son­de­re Streptokokken, die jedoch als unwahr­schein­lich ein­ge­stuft wur­den. Ebenso wur­den Viren als Ursache dis­ku­tiert, ins­be­son­de­re Adenoviren und Herpesviren Typ 1 bis 6. Ursachen und Entstehungsmechanismus rezi­di­vie­ren­den Aphthose sind weit­ge­hend unklar. Eine mul­ti­fak­to­ri­el­le Entstehung mit gene­ti­scher Komponente wird ange­nom­men. Eine fami­liä­re Häufung rezi­di­vie­ren­der Aphthen wird bei 30–40 % der Patienten beob­ach­tet.

    Bleaching:

    Welche Nebenwirkungen gibt es? Durch das Bleichmittel (Wasserstoffperoxid) kann es zu Reizungen des Zahnfleisches kom­men. Außerdem sind Überempfindlichkeiten der Zähne auf kalt und warm mög­lich. Wird das Bleichmittel nicht gleich­mä­ßig auf­ge­tra­gen, kön­nen Streifen oder Flecken auf den Zähnen ent­ste­hen. Diese Nebenwirkungen kön­nen durch eine Bleichtherapie in der Zahnarztpraxis weit­ge­hend ver­mie­den wer­den

    Bonusheft:

    Durch die regel­mä­ßi­gen Untersuchungen erhält man einen höhe­ren Zuschuss von der Krankenkasse bei der Anfertigung von Zahnersatz. Diese Regelung hat nach wie vor Gültigkeit. Die Dokumentation der regel­mä­ßi­gen Untersuchungen erfolgt durch Stempel und Unterschrift der Zahnarztpraxis im Bonusheft.

    Empfehlung:

    • Erwachsene: 1x jähr­lich (bes­ser halb­jähr­lich) zur Vorsorgeuntersuchung
    • Kinder: halb­jähr­lich zur Vorsorgeuntersuchung
    Bonusheft

    Diabetes:

    Noch immer ist lei­der zu wenig bekannt, dass ein ver­än­der­ter Zuckerstoffwechsel auch die Zahngesundheit beein­flus­sen kann. Die Gefahr für Karies und Zahnfleischerkrankungen ist erhöht. Das gilt beson­ders dann, wenn der Zuckerspiegel nicht rich­tig ein­ge­stellt ist. Umgekehrt beein­flusst eine akti­ve Parodontitis die rich­ti­ge Einstellung des Blutzuckerspiegels.
    Nachfolgend eini­ge Tipps zur Zahngesundheit für Diabetiker:
    • Achten Sie auf eine gute Einstellung des Blutzuckerwertes
    • Betreiben Sie eine gute Mundhygiene
    • Erneuern Sie alle 6 Wochen Ihre Zahnbürste
    • Essen Sie nach den Zwischenmahlzeiten ein zucker­frei­es Zahnpflege-Kaugummi
    • Lassen Sie mehr­mals jähr­lich Ihre Zähne in der Zahnarztpraxis pro­fes­sio­nell rei­ni­gen
    • Haben Sie Zahnfleischprobleme fest­ge­stellt, so gehen Sie umge­hend zum Zahnarzt!

    Herpes:

    Herpes ist eine Virusinfektion, die das Nervensystem angreift; der Wundbereich liegt meist im Mundbereich in Form von schmerz­haf­ten Bläschen. Wer den Virus schon mal hat­te, wird ihn nie wie­der los. Er schlum­mert ein Leben lang im Körper und war­tet auf den nächs­ten Ausbruchversuch. Über 90 Prozent aller Menschen tra­gen den Herpes-Virus in sich. Wenn der Körper wie­der mal geschwächt ist, bricht der Virus erneut aus. Häufig an der Stelle, wo er ursprüng­lich mal in den Körper ein­ge­drun­gen ist. Herpes im Augen-, Nasen- oder Genitalbereich ist rich­tig gefähr­lich und kann nur mit ärzt­li­cher Hilfe behan­delt wer­den — des Weiteren ist Herpes extrem anste­ckend!
    Herpes kann nicht ursäch­lich behan­delt wer­den. Es kön­nen nur die Symptome durch Salben, Mundspüllösungen gelin­dert wer­den und die Heilung geför­dert wer­den.

    Milchzähne:

    Die Milchzähne haben für die Kinder vom 2. bis zum 12. Lebensjahr eine mehr­fach wich­ti­ge Bedeutung:
    • Sie sind Platzhalter für die nach­fol­gen­den blei­ben­den Zähne. Der Zahnwechsel fängt aber erst ab dem 6. Lebensjahr an. Daher müs­sen die Milchzähne kari­es­frei erhal­ten blei­ben
    • Kariöse Milchzähne kön­nen blei­ben­de Zähne mit Karies infi­zie­ren. Deshalb soll­ten kran­ke Milchzähne in jedem Fall behan­delt wer­den
    • Die Zerkleinerung der Nahrung ist die Hauptaufgabe des Milchgebisses. Nur rich­tig über­ein­an­der grei­fen­de Zähne kön­nen auch rich­tig abbei­ßen
    • Nur gera­de ste­hen­de Frontzähne ermög­li­chen eine feh­ler­freie Aussprache

    Der unge­zwun­ge­ne Mundschluss ist nur bei regel­recht ste­hen­den Zähnen und Kiefer zuein­an­der mög­lich. Nur geschlos­se­ne Lippen ermög­li­chen eine Nasenatmung. Karies im Milchgebiss ent­steht wie beim Erwachsenen, wenn die Zähne bak­te­ri­el­lem Zahnbelag aus­ge­setzt sind. Bereits der ers­te durch­bre­chen­de Milchzahn muss durch die Eltern z.B. mit einem Wattestäbchen gerei­nigt wer­den. Besondere Aufmerksamkeit ist den ers­ten blei­ben­den Zähnen zu geben, weil der gera­de durch­bre­chen­de Zahn sehr kari­e­s­an­fäl­lig ist.
    Kariesvermeidung:
    Mindestens zwei­mal täg­lich Zähne put­zen mit fluo­rid­hal­ti­ger Zahnpasta – eine Kontrolle durch die Eltern soll­te auf jeden Fall erfol­gen.

    Mundgeruch:

    Eines der häu­fig tabui­sier­ten Themen ist der Mundgeruch. Als Ursache kom­men in fast 90% der Fälle eine unge­nü­gen­de Mundhygiene oder defek­te Zähne in Frage. Weniger häu­fig kön­nen erkrank­te Mandeln, eine ver­ei­ter­te Kieferhöhle, all­ge­mei­ne Stoffwechselkrankheiten oder Magenerkrankungen die Ursache sein.
    Was kann gegen Mundgeruch getan wer­den?
    • Zahnreinigung ver­bes­sern!
    • Mundspüllösungen mit anti­bak­te­ri­el­len Wirkstoffen als unter­stüt­zen­de Maßnahme
    • Regelmäßige pro­fes­sio­nel­le Zahnreinigung bei Ihrem Zahnarzt ist not­wen­dig
    • Hierbei wer­den Zahnstein, Konkremente und Beläge ent­fernt, anschlie­ßend wer­den die Zähne poliert
    • Reichlich trin­ken für erhöh­te Speichelbildung
    • Rauchen ein­schrän­ken bzw. ein­stel­len!
    • Stimulation des Speichelflusses durch zucker­frei­en Kaugummi zwi­schen den Mahlzeiten und gesun­de Ernährung mit ver­mehr­ter har­ter Nahrung wie Karotten, Äpfel und Vollkornbrot
    • Sanierung von defek­ten Zahnfüllungen und über­al­ter­ten Kronen und Brücken !

    Parodontose:

    Zahnfleischerkrankungen oder Parodontitis (im Volksmund oft als Parodontose bezeich­net) sind neben Karies die häu­figs­ten Ursachen für den Verlust von Zähnen. Beide Erkrankungen wer­den durch Bakterien ver­ur­sacht, die sich im Zahnbelag befin­den. Eine regel­mä­ßi­ge und vor allem sorg­fäl­ti­ge Pflege mit Entfernung des Zahnbelages auf Zähnen und Zahnfleisch ist der bes­te Schutz gegen Karies oder Parodontitis, um die eige­nen Zähne nicht unnö­tig zu ver­lie­ren. Patienten mit einer Parodontitis, lei­den fast immer unter star­kem und unan­ge­neh­mem Mundgeruch. Dieser ist oft­mals stö­rend für das Umfeld wie den Partner und die Familie. Nach der Behandlung stellt sich ein fri­scher Atem von selbst wie­der ein.
    Somit ist es sehr wich­tig, die Warnsignale so früh wie mög­lich zu erken­nen:
    • Zahnfleischbluten
    • Zahnlockerung
    • Mundgeruch

    Eine bereits vor­han­de­ne Parodontitis kann und muss gestoppt wer­den!

    Praxisgebühr:

    Die Praxisgebühr wur­de zum 01.01.2013 abge­schafft und ent­fällt somit.

    Rauchen und Zahngesundheit:

    Den Zusammenhang zwi­schen Rauchen und Lungenkrebs ist vie­len bekannt. Dass Tabak auch die Zähne schä­digt, ist weni­ger geläu­fig. Raucher haben ein stark erhöh­tes Risiko, an einer Parodontitis zu erkran­ken. Die Folge: Die Zähne wer­den beweg­li­cher, ver­än­dern ihre Stellung und fal­len häu­fig sogar aus. Bei einer Parodontitis -sprich Entzündung des Zahnbetts — ist der gesam­te Zahnhalteapparat ange­grif­fen. Oftmals rei­chen schon zehn Zigaretten pro Tag, um das Parodontitis-Risiko stark zu erhö­hen. Vor allem ver­schlech­tert Rauchen aber die Durchblutung im Mundraum. Das Zahnfleisch wird anfäl­li­ger für Infekte, da es nicht mehr aus­rei­chend mit Nährstoffen und Sauerstoff ver­sorgt wird.

    Schwangerschaft und Zähne:

    Bei der Schwangerschaft ändert sich nicht nur die Ernährungsweise, auch Hormonänderungen las­sen das gesam­te Gewebe lockern. Schon bei der emp­find­lichs­ten und kleins­ten Belastung kann es zu Zahnfleischbluten kom­men, da wäh­rend der Schwangerschaft das Zahnfleisch beson­ders sen­si­bel auf die im Zahnbelag ange­sie­del­ten Bakterien reagiert. Zusätzlich nei­gen vie­le Frauen zu erbre­chen. Die sau­ren Magensäfte grei­fen dadurch den Zahn und das Zahnfleisch an. Um den Brechreiz nicht beim Putzen aus­zu­lö­sen kann eine Kinderzahnbürste hilf­reich sein. Mundspüllösungen ver­hin­dern Plaque und Fluoridkonzentrate stär­ken den Zahn.

    Die bes­te Vorsorge ist eine inten­si­ve Pflege durch die rich­ti­ge Zahnbürste ver­bun­den mit der rich­ti­gen Putztechnik. Eine Reinigung der Zahnzwischenräume, die Verwendung einer fluo­rid­hal­ti­gen Zahnpaste sowie min­des­tens halb­jähr­li­che Kontrollbesuche beim Zahnarzt sind wich­tig.

    Sportverletzungen:

    Viele Sportarten sind ris­kant und sind häu­fig Ursache für Zahnschäden und Zahnverlust. Die Gefahr von Zahn-, Kiefer- und ande­ren Verletzungen des Mittelgesichts beim Sport kann mit einem Sportmundschutz deut­lich redu­ziert wer­den. Der Mundschutz ist für zahl­rei­che Sportarten zu emp­feh­len: Squash, Mountainbiking, Inline-Skating, Football, Handball, Judo, Moto-Cross usw.
    Der Sportmundschutz soll­te ein indi­vi­du­ell auf die Mund- und Kieferverhältnisse abge­stimm­ter Mundschutz sein. Nur dadurch
    sind eine gute Passform und ein hoher Tragekomfort gewähr­leis­tet.
    Mundschutz für Sportarten

    Sollte den­noch ein Zahnunfall pas­siert sein:
    Herausgeschlagene Zähne las­sen sich – ins­be­son­de­re bei Kindern und Jugendlichen – wie­der reim­plan­tie­ren, vor­aus­ge­setzt der Wurzelzement mit der umge­ben­den Wurzelhaut ist intakt. Deshalb ist auf vor­sich­ti­gen, schnel­len Transport zum nächs­ten Zahnarzt zu ach­ten; der Zahn soll­te dabei feucht blei­ben. Noch bes­ser ist der Transport in einer spe­zi­el­len Zahnrettungsbox.

    Vorsorgeuntersuchung:

    Die gesetz­li­chen Krankenkassen schrei­ben zur Erlangung eines Bonus von 20 bzw. 30% für Erwachsene eine jähr­li­che Vorsorgeuntersuchung vor. Besser ist jedoch eine halb­jähr­li­che Inspektion beim Zahnarzt. Kinder und Jugendliche sol­len in jedem Fall halb­jähr­lich zur Kontrolluntersuchung. Das gilt auch, wenn bereits eine Schuluntersuchung durch einen Zahnarzt statt­ge­fun­den hat. Wichtige Prophylaxebehandlungen wie eine Fissurenversiegelung der gro­ßen Backenzähne kön­nen nur in der Zahnarztpraxis erfol­gen.
    Auch Prothesenträger soll­ten min­des­tens jähr­lich zum Zahnarzt gehen. Dies schrei­ben die Krankenkassen in ihren Bonusregelungen vor. Um Mundschleimhauterkrankungen oder Pilzinfektionen recht­zei­tig zu erken­nen und zu behan­deln, sind bei Patienten mit einer Vollprothese halb­jähr­li­che Vorsorgeuntersuchungen rat­sam. Auch kann hier­bei der kor­rek­te Prothesensitz über­prüft wer­den. Kleine Schäden kön­nen recht­zei­tig beho­ben wer­den.

    Weisheitszähne:

    Weisheitszähne ent­wi­ckeln sich erst sehr spät und bre­chen bei den meis­ten Menschen erst im Erwachsenenalter oder gar nicht durch. Sei es durch die erschwer­te Pflege oder weil sie die ande­ren in der Zahnreihe ste­hen­den Zähne ver­schie­ben kön­nen, sind Weisheitszähne daher sehr oft ein Problem im mensch­li­chen Gebiss und müs­sen gezo­gen wer­den. Der güns­tigs­te Zeitraum um Weisheitszähne zu ent­fer­nen, liegt übri­gens zwi­schen dem 16. und 18. Lebensjahr, wenn das Wurzelwachstum des Weisheitszahnes noch nicht ganz abge­schlos­sen ist.

    In nach­fol­gen­den Situationen soll­te der Weisheitszahn ent­fernt wer­den:

    • Der Weisheitszahn tritt nicht voll­stän­dig durch das Zahnfleisch hin­durch
    • Wenn der Weisheitszahn ver­la­gert bzw. gekippt ist, übt er nicht nur stän­dig Druck auf den Nachbarzahn aus; häu­fig ent­steht im Zwischenraum der bei­den Zähne auch unbe­merkt Karies.
      Im schlimms­ten Fall müs­sen dann bei­de Zähne gezo­gen wer­den
    • Zu wenig Platz im Kiefer

    Zahnarzttermin für Kinder:

    Kinder haben oft Angst vor dem Zahnarzt. Erzählungen von Geschwistern, Freunden oder Papa mit der dicken Backe nach dem Zahnarzt — alles Bilder, die in der Phantasie der Kinder sich ein­prä­gen kön­nen, da sie sich mit Rollen ande­rer Personen iden­ti­fi­zie­ren. Für Kinder ist Mundhygiene und erst recht ein Besuch zum Zahnarzt ein schwie­ri­ges Kapitel: Nachfolgend eini­ge Tipps:
    • Wir emp­feh­len, vor dem ers­ten Besuch mit Ihrem Kind zu spre­chen. Wecken Sie die Neugierde Ihres Kindes auf den Zahnarztbesuch – Sie könn­ten ihm erzäh­len, dass der Zahnarzt die Zähne zäh­len wird, und dass es mit dem Zahnarztstuhl auf- und abfah­ren darf
    • Vielleicht haben Sie auch ein Buch über den Zahnarzt, das Sie vor­her zusam­men lesen kön­nen. Sprechen Sie posi­tiv über den anste­hen­den Besuch, beto­nen Sie wie wich­tig es ist, sau­be­re und gesun­de Zähne und ein hüb­sches Lächeln zu haben. Vermeiden Sie angst­ma­chen­de Bemerkungen!
    • Vermeiden Sie beru­hi­gend gemein­te Formulierungen wie “Du brauchst kei­ne Angst zu haben, es tut bestimmt nicht weh”. Unser Unterbewusstsein kennt kei­ne Verneinungen: Ihr Kind ver­steht daher ” Es tut weh — Du musst Angst haben!”
    • Fragt Ihr Kind, ob eine Zahnbehandlung weh tut, so ant­wor­ten Sie, dass die meis­ten Kinder sagen, es wür­de nur kit­zeln.
    • Versprechen Sie bit­te kei­ne Belohnungsgeschenke! Gerade Dinge, die sich Ihr Kind mög­li­cher­wei­se sehr wünscht, set­zen es bei der Behandlung zu stark unter Druck und erschwert für uns die Zusammenarbeit. Es gibt in der Praxis für die Kinder grund­sätz­lich eine Kleinigkeit als Geschenk, egal wie wir mit der Behandlung vor­an­ge­kom­men sind. Sollte der ers­te Termin nicht den Erfolg brin­gen, so wer­den wir eben einen wei­te­ren Termin ver­ein­ba­ren.

    Je weni­ger Aufhebens Sie um den Zahnarztbesuch machen, des­to bes­ser.

    Zahnersatz im Ausland:

    Sollen sich Urlauber von Mallorca, aus Osteuropa oder Südostasien auch gleich ein paar neue Zähne mit­brin­gen? Zahnersatz aus dem Ausland kann sicher ein paar Euro spa­ren. Allerdings gehört auch eine gewis­se Risikobereitschaft dazu. Sicherlich ist teil­wei­se auch im Ausland guter Standard anzu­tref­fen, in Deutschland aller­dings ist hohe Qualität beim Zahnersatz kein Zufall, son­dern der Normalzustand. Die Produktion in Ländern mit nied­ri­gen Lohnkosten bringt häu­fig gerin­ge­re Qualität, da meist nicht genug Sorgfalt und Zeit für die Vorbehandlung auf­ge­wandt wur­de und sich dies erst spä­ter durch Komplikationen bemerk­bar macht. Zeitaufwändige Wurzelbehandlungen pas­sen nicht ins Konzept einer preis­güns­ti­gen Massenproduktion in eigens für Zahntouristen auf­ge­bau­ten Kliniken. Der Zahn wird lie­ber gezo­gen als erhal­ten und dann mit einer neu­en Brücke schnell ver­sorgt. Kronen wer­den statt zeit­auf­wän­di­ger Inlays ein­ge­setzt. Dabei wird oft auch gesun­de Zahnsubstanz ohne viel Aufsehen ein­fach weg­ge­schlif­fen. Notwendige Wartezeiten zwi­schen den Behandlungen kön­nen wegen des Zeitdrucks nicht ein­ge­hal­ten wer­den.

    Zahnfleischbluten:

    Blutendes Zahnfleisch ist meist der ers­te Hinweis, dass das Zahnfleisch und der Zahnhalteapparat, also das Gewebe, das den Zahn im Kieferknochen fest­hält, krank sind. In den Zahnbelägen fin­det man zahl­rei­che Bakterien. Im Normalfall kommt das Immunsystem mit der erhöh­ten Belastung zurecht und hält die Anzahl mög­li­cher Krankheitserreger auf einem unge­fähr­li­chen Niveau. Wenn aller­dings die Menge der Bakterienbeläge oder der Einfluss ande­rer Risikofaktoren (z.B. Stress, Rauchen) zu groß wird, ist der Mechanismus über­for­dert und das gesun­de System im Mund kommt dann aus dem Gleichgewicht.
    Der Bereich schwillt an, die Gefäßwände wer­den durch­läs­si­ger und schon bei nor­ma­lem Druck, z.B. Zähneputzen, plat­zen sie auf und blu­ten. Wird hier nicht sofort mit gründ­li­cher Mundhygiene begon­nen, kommt es zu einer fort­schrei­ten­den Entzündung von der Gingivitis zur Parodontitis, die zu Knochenschwund bis zum Zahnverlust füh­ren kann. Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass man­che Bakterien in den Belägen durch offe­ne Blutgefäße im Entzündungsbereich gif­ti­ge Stoffe in den Organismus abge­ben, die z.B. zu Herzentzündung, Schlaganfall oder Frühgeburt füh­ren kön­nen.

    Zahnpflege:

    Es emp­fiehlt sich, eine Zahnreinigung min­des­tens zwei­mal am Tag, am bes­ten mor­gens und abends, gründ­lich mit (fluo­rid­hal­ti­ger) Zahnpasta durch­zu­füh­ren. Das wich­tigs­te Instrument zur Zahnreinigung ist die Zahnbürste. Die Zahnbürste soll­te wei­che Kunststoffborsten haben. Diese sind elas­ti­scher, dau­er­haf­ter und hygie­ni­scher als Naturborsten. Zahnbürsten sind auch Verbrauchsartikel: Nach 100 bis 200 Anwendungen sind Zahnbürsten abge­nutzt und soll­ten ersetzt wer­den.
    Neben der Häufigkeit des Zähneputzens spielt die rich­ti­ge Putztechnik eine ent­schei­den­de Rolle.
    Auch bei sorg­fäl­tigs­ter Pflege blei­ben mit der Zeit an schwer zugäng­li­chen Stellen Reste von Zahnbelägen zurück, aus denen Zahnstein ent­steht. Es ist des­halb sehr wich­tig, dass der Zahnarzt den Gebisszustand in regel­mä­ßi­gen Abständen (je nach Situation 3–12 Monate) kon­trol­liert. Dabei kön­nen ent­stan­de­ne Beläge fest­ge­stellt und ent­fernt wer­den.

    Zahnpflege und Saures:

    Säurehaltige Getränke grei­fen den Zahnschmelz an. Cola, Fruchtgetränke oder Sportlergetränke soll­ten nur in Maßen getrun­ken wer­den. Der Mund soll­te anschlie­ßend mit Wasser aus­ge­spült wer­den. Das gilt auch für Südfrüchte und säu­re­hal­ti­ge Medikamente wie Vitamin C-Tabletten.
    Wichtig: Zähne nicht gleich danach put­zen, sonst wer­den die ange­lös­ten Mineralstoffe weg­ge­schrubbt.

    Zahnsteinentfernen:

    Die gesetz­li­chen Krankenkassen über­neh­men seit 2005 nur noch ein­mal pro Kalenderjahr das Entfernen von Zahnstein. Jede wei­te­re Zahnsteinentfernung muss der Patient selbst bezah­len. Es ist aber sinn­voll und not­wen­dig, Zahnstein auch ein wei­te­res Mal zu ent­fer­nen, wenn neu­er ent­stan­den ist. Sonst dro­hen Schäden am Zahnfleisch oder Zahnhalteapparat. Noch bes­ser wäre eine wesent­lich umfang­rei­che­re und gründ­li­che­re pro­fes­sio­nel­le Zahnreinigung.

    Zahnschmerzen und Selbstbehandlung:

    Wenn es Ihnen aus wich­ti­gem Grund nicht mög­lich ist, einen Zahnarzt auf­zu­su­chen, gel­ten fol­gen­de Empfehlungen:
    • Vermeiden Sie ört­li­che Wärme, Alkohol, Kaffee/Tee und Nikotin, weil sie die Schmerzen letzt­lich ver­stär­ken
    • Rezeptfreie Schmerzmittel mit den Wirkstoffen Ibuprofen, Paracetamol, Acetylsalicylsäure schaf­fen vor­über­ge­hend Linderung. Speziell bei Acetylsalicylsäure ist aber Vorsicht gebo­ten, da es die Blutgerinnungszeit nicht nur bei Blutern ver­län­gert. Kombinationspräparate mit Zusätzen von z. B. Coffein, Codein usw. sind nicht sinn­voll
    • Herausgefallene Füllung: Bereich scho­nen; Heiße oder kal­te Getränke mei­den
    • Beginnende Schwellung: kal­te Umschläge oder Eisbeutel, kör­per­li­che Anstrengungen mei­den, kein Saunabesuch

    Vereinbaren Sie auch bei leich­ten Zahnbeschwerden auf jeden Fall einen Termin mit Ihrem Zahnarzt! Wird die Ursache nicht besei­tigt, kom­men Zahnschmerzen sicher­lich zu unpas­sen­der Zeit wie­der.

    Zahnschmuck:

    Nach einer Reinigung und Politur des betref­fen­den Zahnes wird der Zahnschmuck aus Metall oder Glas mit licht­här­ten­dem, durch­sich­ti­gem Kunststoff auf­ge­klebt. Wenn der Zahnschmuck einem spä­ter nicht mehr gefal­len soll­te, kann er pro­blem­los und ohne Schädigung für den Zahn ent­fernt wer­den. Das Kleben und Entfernen soll­te in jedem Fall in der Zahnarztpraxis erfol­gen, weil nur hier das Know-how und die Gerätschaften vor­han­den sind.

    Zungen- oder Lippenpiercing:

    Die beweg­li­chen Metall- oder Kunststoffteile berüh­ren häu­fig die Zähne oder das Zahnfleisch. Dadurch kann es zu Schäden kom­men: Das Zahnfleisch bil­det sich an den betrof­fe­nen Stellen zurück. Der Zahnschmelz nutzt sich schnel­ler ab. Es kann sogar zu Schmelzbrüchen (Aussprengungen) kom­men. Diese Risiken soll­te man beden­ken, bevor man sich für ein Piercing im Mundbereich ent­schei­det.

    Zusatzversicherungen:

    Weitere Informationen hier­zu haben wir in einem PDF-Dokument zusam­men­ge­stellt.

    Zuschussberechnung bei Zahnersatz:

    Bereits seit 1.1.2005 wird der Zuschuss der Krankenkasse für Zahnersatz anders berech­net. Es gibt kei­nen pro­zen­tua­len Zuschuss mehr, son­dern eine befund­be­zo­ge­nen Festzuschuss. Die Höhe des Festzuschusses wird durch die Krankenkassen fest­ge­setzt. Durch das Festzuschusssystem erhält der Patient mehr Wahlmöglichkeit für einen indi­vi­du­el­len Zahnersatz.
    Für beson­ders auf­wen­di­gen Zahnersatz (soge­nann­ter anders­ar­ti­ger Zahnersatz) wur­de die Kostenerstattung ein­ge­führt, bei der der Patient die Rechnung über den gesam­ten Rechnungsbetrag erhält und er sich den Kassenanteil von sei­ner Krankenkasse erstat­ten lässt.
    „Wissenswertes für Patienten“ ist ein Informations-Service der Zahnarztpraxis Dr. Oberle. Trotz inten­si­ver Prüfung der Inhalte kann die Praxis kei­ne recht­li­che Gewähr für die dar­ge­stell­ten Inhalte über­neh­men.